Ingrid Bergman (Dr. Constanze Petersen) mit ihrem an Amnesie leidenden Patienten Gregory Peck.

Ingrid Bergman (Dr. Constanze Petersen) mit ihrem an Amnesie leidenden Patienten Gregory Peck.

„Spellbound“, „Ich kämpfe um Dich“, ist nicht nur einer der unheimlichsten Hitchcock-Filme, sondern auch einer der ersten Hollywood-Filme, die sich mit der damals aufkommenden Psychoanalyse beschäftigen. Produzent David O. Selznick wünschte, dass ein Großteil des Films auf seinen persönlichen Erfahrungen mit der Psychoanalyse beruhe und brachte sogar seinen eigenen Therapeuten als Berater mit zum Set.
Dennoch wirkt die Darstellung der Psychoanalyse laienhaft, folgt aber einer von Freud selbst vertretenen Auffassung, wonach seine Patienten in der Kindheit erfahrene Verletzungen oder auch Traumata verdrängen würden. Die Heilung erfolge dann durch eine schlagartige Bewusstwerdung und erinnert an eine religiöse Erleuchtung. Dass die eigentliche Arbeit des Therapeuten erst da beginnt, wo sie im Hitchcock-Film aufhört, findet keine Erwähnung. Geht es doch „in Wirklichkeit“ darum Traumata „aufzuarbeiten“, sprich sie in die eigene Lebensgeschichte zu integrieren. Gregory Peck erinnert sich am Ende des Films daran, dass er einst den Tod seines Bruders verursacht hat. Die Schuldgefühle darüber treiben ihn in den Wahnsinn. Durch die Bewusstmachung dieser Erinnerung ist er im Film „geheilt“. Letztlich handelt sich um eine vereinfachte Darstellung von Psychotherapie, wie sie aber von Freud selbst in seinen Krankengeschichten vertreten wurde.
Eine schöne Anekdote zum Film: Als Hitchcock und sein Produzent Selznick darüber in Streit gerieten, wie Psychotherapie wirke, meinte Hitchcock zu seinem Produzenten: „Es ist nur ein Film.“
 

Besonders interessant sind übrigens die Traumsequenzen, die, ganz nach Freudscher Auffassung, den Kriminalfall lösen. Sie wurden optisch von Salvador Dalí gestaltet. Die Musik, die viel zur unheimlichen Atmosphäre beiträgt, stammt von Miklós Rózsa, der für den Soundtrack Theremin einsetzte.