Am Morgen im Kongressbad unter alten Kiefern gedöst, dazwischen im kühlen Wasser gebadet, zurück zu Hause gekocht, nach dem Essen ein Schläfchen gehalten. Erwacht. Ein süßer Duft zieht von der Loggia her ins Zimmer.

Ein zärtliches Schmatzgeräusch. Warmer Sommerregen prasselt an mir vorbei in den Hof hinab, als stünde da draußen das unsichtbare Kind eines Riesen, ein barfüßiges Mädchen, dessen süßer Atem ins Zimmer weht. In der Hand hält es eine gläserne von der Sonne erwärmte Kanne, mit der es die nach Wasser lechzenden Pflanzen begießt.

Sonntag, 29. Juni 2014, mittags in Wien Ottakring.